S.M.K. a.s. Společnost pro Moravský kras

Der Mährische Karst

Der Mährische Karst gehört zu den bedeutendsten Karstgebieten Mitteleuropas. Es sind hier insgesamt über 1000 Höhlen bekannt. Vier davon sind der Öffentlichkeit zugänglich: die Punkva-Höhlen mit einer Bootsfahrt auf dem unterirdischen Punkva-Fluß und der Besichtigung des Schluchtgrundes von Macocha, die durch ihre seltenen stabförmigen Stalagmite bekannte Kateřinská-Höhle, die Balcarka-Höhle mit ihrer reichen und farbigen Tropfsteinstrukturierung sowie die Sloup-Šošůvka-Höhlen mit ihren mächtigen Gängen und unterirdischen Schlunden.
Das Naturschutzgebiet Mährischer Karst erstreckt sich auf dem Gebiet von 100 km2. In den Sommermonaten empfehlen wir eine telefonische Reservierung der Eintrittskarten!
Die meistexponierten Stellen des Mährischen Karstes - die Hohlwege Pustý žleb und Suchý žleb - sind für den gesamten Kraftverkehr geschlossen. Statt dessen finden hier die Besucher umweltfreundliche Verkehrsmittel - einen Öko-Zug sowie eine Kabinenbahn. Der Öko-Zug verbindet das Areal von Skalní mlýn mit den Punkva-Höhlen und der unteren Seilbahnstation. Die Seilbahn verbindet die Punkva-Höhlen mit der Oberen Brücke der Macocha-Schlucht
 


Punkva-Höhlen

Die Punkva-Höhlen findet man im Hohlweg Pustý žleb, 2 km von Infozentrum Skalní mlýn stromaufwärts des Punkva-Flusses entfernt. Die Punkva-Höhlen wurden nach und nach in den Jahren 1909-1933 (1909-1914 der trockene Höhlenabschnitt, 1920-1933 die Wasserfahrt) von Professor Karel Absolon und seiner Arbeitsgruppe entdeckt. Die Besucher passieren mächtige Dome und Gänge mit Tropfsteinstrukturierung bis zum Boden der Macocha-Schlucht. Die Schlucht ist 138 Meter tief, der Grundriß des Schluchtbodens ist 174x76 Meter. Die Besichtigung wird durch eine Motorbootsfahrt auf dem unterirdischen Punkva-Fluß fortgesetzt. Bei der Bootsfahrt besichtigt man den Masaryk-Dom, die angeblich schönsten Räume der Punkva-Höhlen. Die Höhlen sind ein Bestandteil des längsten Höhlensystems in der Tschechischen Republik - der Amateur-Höhle mit ihren über 30 Kilometer langen Gängen.

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Balcarka-Höhle

Südlich von Ostrov bei Macocha, am östlichen Rande der Kalksteine vom Mährischen Karst, im Herzen des felsigen Mäanders von Suchý žleb ist der 5 m hohe Eingang in die Balcarka-Höhle versteckt. Ihr vorderer Abschnitt war seit eh und je den hiesigen Bewohnern bekannt - man fand hier Feuerstellen und verschiedene Instrumente der älteren Steinzeit sowie Knochen von Tieren aus dem Quartär. Seit 1923 wurde die Höhle nach und nach von den Ostrovschen Einwohnern entdeckt, 1935 wurden die einzelnen Höhlenabschnitte zu einem Ganzen vereint. Die Höhle bildet ein kompliziertes System mit zwei Höhenebenen, die durch hohe Dome verbunden sind. An der Entstehung der Höhe beteiligten sich die Bäche Lopač und Krasovský potok, deren Schlucklöcher sich nun nördlich und südlich von der Höhle befinden. Die Balcarka reizt die Besucher besonders durch die Vielfältigkeit ihrer Tropfsteinstrukturierung auf einer verhältnismäßig kleinen Fläche. Die außerordentlich vielfältigen Tropfsteine, die typisch entwickelten oberirdischen Karstmerkmale (Karstschächte, Karren), reichliche archäologische und paläonthologische Funde, charakteristische thermophile Floraarten und eine malerische Landschaft machen aus der Lokalität der Balcarka-Höhle eine der interressantesten Stellen im Mährischen Karst.

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Kateřinska-Höhle

Etwa 300 Meter davor, wo der Karstcanyons von Suchý žleb und Pustý žleb bei Skalní mlýn ineinander übergehen, öffnet sich am rechten Talhang von Suchý žleb der 8 Meter hohe Eingang in die Kateřinská-Höhle. Es handelt sich um eine Höhle, durch die der Punkva-Fluß abfließt. Der Punkwa-Fluß ist in der geologischen Vergangenheit durch die Punkva-Schlucht über unbekannte Gänge zum Südwesten geflossen und durch die Kateřinská-Höhle in den Hohlweg Suchý žleb ausgetreten. Die Höhle besteht aus zwei miteinander verbundenen mächtigen Domformationen mit anliegenden Gängen. In den Höhlenabschnitten am Eingang siedelte der Mensch der älteren Steinzeit, dessen Überreste im Höhlenlehm gefunden wurden neben tierischen Knochen aus der Quartärzeit - es handelt sich vor allem um Knochen von Bären (selten ist ein Massenfund von Skeletten der Höhlenbären in einem der Höhlenschlote). Für die Öffentlichkeit ist die Höhle 1910 zugänglich gemacht worden. Heutzutage bieten den Besuchern aufregende Erlebnisse nicht nur die Besichtigung einer ungewöhnlichen Tropfsteinmaserung, sondern vor allem faszinierende Nachweise über einen umfangreichen Absturz der unterirdischen Höhlendecken, die in der Vergangenheit zur Entstehung einer der ausgedehntesten Domformationen im Mährischen Karst führte. Der Hauptdom ist mit seinen Maßen von 95 x 44 x 20 Meter der größte öffentlich zugängliche unterirdische Raum im Mährischen Karst. Wegen seiner ausgezeichneten Akustik werden hier gelegentlich Gesang- und Musikkonzerte veranstaltet. Ein weiterer, 1909 entdeckter Höhlenabschnitt heißt Neue Kateřinská-Höhle. Zu den schönsten Partien gehören das farbig beleuchtete Gebilde der "Hexe" und das "Bambuswäldchen" mit seltenen, mehrere Meter hohen stabförmigen Stalagmiten.

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Sloup-Šošůvka-Höhlen

Ein weitreichender Komplex von Domen, Gängen und riesengroßen unterirdischen Schluchten, die sich über zwei Etagen erstrecken. Die Höhle ist ein bedeutender Fundort von Skeletten der Höhlenbären, Löwen, Hyänen und anderer Tiere. Der als Elisabeth-Höhle bezeichnete Raum hat eine äußerst vielfältige Tropfsteinstrukturierung und ebenfalls eine ausgezeichnete Akustik, deswegen werden hier gelegentlich Kammermusikkonzerte veranstaltet. Bei der Rekonstruktion 1997 wurde die Stufenförmige Schlucht überbrückt, und den Besuchern öffnete sich somit ein neuer nicht traditioneller Ausblick. Die 80 m tiefe Nagel-Schlucht ist die größte unterirdische Schlucht ihrer Art in der Tschechischen Republik. Den Besuchern ist sie von zwei Aussichtsbrücken zugänglich gemacht worden. Zu der Besichtigung gehört ebenfalls die weltweit bekannte archäologische Lokalität - die "Kůlna-Höhle", in der ca. 120.000 Jahre alte Schädelteile eines Neandertalermenschen gefunden wurden. Der Höhlenabschnitt von Šošůvka, der Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt wurde, ist durch seine zarte und farbige Tropfsteinstrukturierung charakteristisch.
Im nordwestlichen Teil des Mährischen Karstes liegen die ältesten bei uns bekannten Höhlen. Hier wurde ebenfalls die Höhlen- und archäologische Forschung im Mährischen Karst gestartet. Die Ortschaft Sloup (auf deutsch "Säule") selbst wurde seit Menschengedenken nach der Kalksteinsäule "Hřebenáč" benannt, die sich so auffällig über der Doline des Sloup-Baches erstreckt.

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Macocha-Schlucht

Die tiefste offene Schlucht in der Tschechischen Republik (und in Mitteleuropa). Von der oberen Aussichtsbrücke bis zum Schluchtboden sind es 138,7 Meter. Diese imposante Rarität entstand durch den Deckenabsturz eines großen unterirdischen Doms. Auf dem Schluchtboden sind zwei vom unterirdischen Punkva-Fluß gespeiste Seen. Den Boden der Macocha-Schlucht kann man über die zugänglichen Punkva-Höhlen erreichen.
Die Macocha-Schlucht ist eines der bekanntesten und schönsten Gebilden im Mährischen Karst. Die Touristen können die Schlucht von zwei Aussichtsbrücken besichtigen. Die erste Brücke liegt an der oberen Schluchtkante in unmittelbarer Nähe der Macocha-Herberge, die zweite - Untere Brücke - mit einer wunderschönen Aussicht auf den unteren Schluchtabschnitt liegt 90 Meter über dem Wasserspiegel des unteren Sees.
Die Macocha ist die meistbesuchte Schlucht (kein Wunder). Beliebt ist sie evident auch bei Selbstmördern, über 50 haben hier ihr Leben beendet.
Verkehr - zum Schlund der Schlucht gelangt man bequem auch mit dem Fahrzeug, parken kann man auf einem überwachten Parkplatz. Bei einer Fahrt mit dem Auto darf man nicht vergessen, dass die Straße zwischen Skalní mlýn (d.h. von Blansko aus) unter der Macocha-Serpentine geschlossen ist. Man muss einen Umweg über Vilémovice und Lažánky machen. Von den Punkva-Höhlen aus kann man elegant mit einer Seilbahn weiterkommen (rüstige Wanderer können einen Wanderweg nehmen). In der Nähe der Schlucht gibt es zahlreiche Möglichkeiten zu einen reichlichen Imbiss, Souvenirläden und sogar eine Unterkunft.

(Quelle - www.cavemk.cz)
 
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